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Daß Seeleute besonders abergläubisch waren, ist eigentlich kein Wunder, denn der Beruf des Seemanns war früher besonders gefährlich. Die Seeleute versuchten auf vielfache Weise, sich das Meer untertan zu machen. Die vielen unsichtbaren, feindlichen Kräfte, die das Meer bot und von denen es abhing, ob sie vom Unglück verschont blieben, versuchten sie zu besänftigen, in dem sie nichts ungeschehen ließen. Sie hatten die Vorstellung, daß sich diese vielen feindlichen Kräfte vorwiegend um bemannte Schiffe herum fanden.
Die Stürme gehörten zu den gefährlichsten Erlebnissen auf See. Diese zu vermeiden verlangte der gesunde Menschenverstand. Sie Seeleute glaubten, es sei möglich, einen Sturm durch die zufällige Anwendung eines Sympathiezaubers heraufzubeschwören. So ihre Meinung, daß ein zufällig sturmähnliches Geräusch Ursache für einen schweren Sturm sein könnte.
Da manche Pfeiftöne in der Takelage dem Geräusch eines Sturmes glichen, glaubten sie, daß durch dieses Pfeifen auf magische Weise ein Sturm herbeigerufen werden könnte. Somit wurde das Pfeifen an Bord eines Schiffes als Heraufbeschwörung eines Unwetters angesehen.
War es nun jedoch windstill, war die Situation natürlich eine andere. Nun konnte Pfeifen das richtige Mittel sein, um den ersehnten Wind herbeizurufen. Pfiffen die Seeleute bei Flaute nun nach dem Wind, dann nur mit allergrößter Vorsicht, um nicht einen zu starken Wind oder gar einen Wind aus der falschen Richtung zu wecken. Also pfiffen sie leise und nur in die Richtung, aus der der Wind kommen sollte.
Noch Mitte des 20ten Jahrhunderts galt es als unpassend, wenn eine Frau pfiff. Egal ob sie an Land oder auf See war. Dieser Aberglaube geht auf die gleiche magische Wirkung des Pfeifens zurück. Man war der Meinung, daß die Frau ins Haus gehöre, ja daß es selbst unter günstigsten Voraussetzungen gefährlich sein, wenn die Frau sich in Männerangelegenheite einmische. Schlimmste Folgen konnten auftreten, wenn sie sich durch Pfeifen einmischte. Sie hätte ja Wind aus der falschen Richtung und in vernichtender Stärke anlocken können.
Nicht zu vergessen, die Frau maßte sich mit dem Pfeifen ein Vorrecht der Männer an. Der Brauch gab einem Mann das Recht, ein Mädchen, das ihm gefiel, anzupfeifen. Damals eine seriöses Mittel des Mannes, ein Mädchen auf sich aufmerksam zu machen. Man glaubte, daß man ein Mädchen auf genauso magische Weise durch Pfeifen gebracht bekäme, wie einen kräftigen Wind.
Übrigens: Gute Schwimmer waren an Bord eines Schiffes nicht gerne gesehen. Von ihnen glaubte man, daß sie davon schwimmen und das Schiff im Stich lassen würden, sobald es unterzugehen drohe. Vielleicht kommt daher der Spruch: "Die Ratten verlassen das sinkende Schiff!". Ratten können sehr gut schwimmen und sind aufgrund ihrer Klugheit in der Lage, Gefahren zu erkennen.
Der Aberglaube ist ein Diktator, der seine Leute tyrannisiert.
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Fast mit Ehrfurcht wird sie behandelt: Die Schiffsglocke. Sie wird für so kostbar gehalten, daß sie selbst dann aufgehoben wird, wenn das Schiff abgewrackt wurde. Dem ist zu entnehmen, daß die Schiffsglocke einen anderen Zweck hatte, als nur die Uhrzeit anzugeben und die Seeleute zum Dienst zu rufen.
Das Anschlagen oder Ausläuten der Schiffsglocke konnte kaum im Inneren des Schiffes gehört werden. Die Seeleute erwachten also nicht jedesmal, wenn die Glocke erklang. Tatsächlich wurden sie zum Beginn ihrer Wache an Deck gerufen oder gepfiffen.
Die Schiffsglocke diente ursprünglich zum Vertreiben böser Meeresgeister, die, so glaubte man das, den Schiffen immer folgten und nur auf eine Gelegenheit warteten, ihnen zu schaden oder sie zu vernichten. Die bösen Meeresgeister, so der Aberglaube, vertrugen keine lauten und heftigen Geräusche. Erklang also die Schiffsglocke, verschwanden sie.
Pferdeglocken, Kuhglocken und Schellen am Saum von Priestermänteln befestigt, dienten auch dem gleichen Zweck, nämlich Dämonen zu vertreiben.
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Vermeintlich christlichen Ursprungs, wegen des Wortes "Taufe" geht der Ursprung dieses Brauches auf vorchristliche Zeiten und heidnische Bräuche zurück. Wollten doch die besorgten Seeleute aus Furcht vor den Launen der Meere die Meeresgötter günstig stimmen, damit ihr Schiff geschützt würde und sie sicher über das Meer geleitet würden. Um die Gunst und das Wohlwollen der Meeresgötter zu bekommen, waren Opfergaben notwendig.
War nun ein Schiff fertiggestellt, wurde es mit Blumen geschmückt. Die Schiffsbesatzungen schmückten sich mit Kränzen. Von einem heidnischen Priester wurde dann die Zeremonie zur Anrufung der Götter vollzogen, in dem er mit einer brennenden Fackel, einem Ei und einem Bimsstein ausgerüstet, Wein und Öl auf den Opfertisch goß, der sich auf dem Schiff befand, und es jener Göttin weihte, deren geschnitzes Abbild als Galionsfigur am Bug des Schiffes angebracht war.
Heute glauben wir nicht mehr an Meeresgötter und Göttinen, und deren Abbilder als Galionsfiguren schützen in diesem Sinne nicht mehr unsere Schiffe. Trotzdem gibt es noch die Schiffstaufe in Form der alten Trankopfer.
Geschichtsforscher haben die Ansicht vertreten, daß der heute moderne Brauch, eine Flasche Champagner am Bug eines neuen Schiffes zu zerschmettern, von den Bräuchen der Wikinger und Südseevölker abgeleitet worden sei, diese hätten ein Trankopfer dargebracht, um damit den Schutz der Meeresgötter anzurufen.
Wikinger und Südseevölker begingen ihre Schiffstaufen tatsächlich mit einem Menschenopfer. Diese wurden an die Walzen gebunden, auf denen das Schiff ins Wasser glitt, so dass das Blut des Opfers aus dem zermalmten Körper spritzte und so das Schiff besprengte.
In späteren, weniger barbarischen Zeiten verwendete man für die Schiffstaufe roten Wein.
Heute verwenden wir, wie schon zuvor erwähnt, dazu Champagner.
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Geschrieben von: Administrator
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- so bezeichneten die abergläubischen Seeleute die Frauen an Bord.
Der Verband Deutscher Reeder schreibt hierzu: "Unnerröck an Bord - dat gifft Malheur". Eine reine Männerdomäne ist die Seefahrt heute nicht mehr, obwohl traditionell die Vorurteile gegen weibliche Arbeitnehmer an Bord sehr ausgeprägt waren. "Unnerröck an Bord - dat gifft Malheur" oder "Frauen an Bord bringen Unglück" lautete der seemännische Aberglaube. Heute sind Frauen erfolgreich als Nautische und Technische Schiffsoffiziere sowie als Kapitäne tätig. An den deutschen Seefahrtsschulen werden zur Zeit so viele Frauen ausgebildet wie nie zuvor."
Für alle auf dem Aberglauben basierenden Aussagen fand ich Erklärungen. Für die Aussage "Unnerröck an Bord - dat gifft Malheur" oder "Frauen an Bord bringen Unglück" fand sich direkt nichts. Jedoch könnten die nachfolgenden geschichtlichen Hintergründe zu diesen Aussagen geführt haben. |
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Noch mehr vom Aberglauben der Seeleute |
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Geschrieben von: kina
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Fischerboote wurden oft als Seetiere "verkleidet" um die Meeresbewohner nicht zu reizen.
Antiken Schiffen hat man aus diesem Grund Augen aufgemalt. (Die modernen Schiffe "AIDA" tragen auch Augen - das wird doch keinen abergläubischen Hintergrund haben?)
Das Kratzen am Mast sollte den nötigen Wind herbeirufen.
Um eine gute Fahrt zu bekommen, wurden zu Fahrtbeginn Münzen über Bord geworfen.
Das Annageln einer Haifischflosse am Klüverbaum oder einer Walflosse an Walfangbooten sollte Kraft und Schnelligkeit auf das Schiff übertragen.
Freitags lief man nicht aus, das brachte Unglück. Aber am Sonntag, da war das anders, der Sonntag galt als der gute Tag zum Auslaufen.
Katzen an Bord brachten Glück.
Frauen an Bord brachten Krankheit und Seenot.
Die Seelen der toten Seeleuten wohnen in Albatrossen, Möwen und Sturmvögeln.
Der Klabautermann – ist der Sage nach ein kleiner Kobold, der unsichtbar an Bord des Schiffes seinen Schabernack treibt, der im Schiff klopft und rumort. Durch sein Erscheinen prophezeit er dem Schiff den Untergang, oder er sieht im Schiff nach, ob alles in Ordnung ist. Durch sein Verschwinden vom Schiff zeigt er Unheil an. Solange der Klabautermann an Bord bleibt, macht das Schiff gute Fahrt. Der Klaubautermann sorgt sich um das Schiff, seine Anwesenheit schützte das Schiff. Hat ein Seemann zur Verkürzung seiner Wache vorzeitig an der Sanduhr gedreht, so drohten ihm Strafen vom Klabautermann.
Meerjungfrau.
Meist handelt es sich um ein seelenloses oder verdammtes Wesen, das nur durch die Liebe eines menschlichen Gemahls von seinem Schicksal befreit werden kann.
Seeungeheuer.
Seeungeheuer sind fiktive Wesen, die in verschiedener Form in der Geschichte der Seefahrt auftauchen.
Die Seefahrt hatte besonders in der Vergangenheit mit großen Gefahren wie Unwetter und scheinbar unerklärlichen Naturerscheinungen zu kämpfen. Die Angst der Seeleute formte in ihrer Phantasie die Gestalt von Seeungeheuern und Geistern als Erklärung für ihre Not. |
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